Ich habe die ganze Woche schon gemerkt, dass mit Rebecca Ronja etwas nicht stimmt. Der Husten wurde wieder massiv, sie hat schlecht gegessen und getrunken und sie war sehr launenhaft. Sie hat auch extrem schlecht geschlafen und war sehr unruhig.
Am Freitagmittag, nach dem Kindergarten, merkte ich, dass es ihr immer schlechter ging. Der Zustand verschlechterte sich von Stunde zu Stunde. Um 18 Uhr fing sie dann an zu Erbrechen. Es war wieder massiv viel Schleim, welches sie erbrach. Es kam dann langsam erhöhte Temperatur dazu. Es ging ihr so schlecht, dass wir darüber nachdachten mit ihr ins Krankenhaus zu fahren.
Sie klagte immer wieder über starke Bauchschmerzen nach dem Husten. Gegen 22 Uhr habe ich ihr dann das 1. Mal ein Notfallmedikament gegeben. Infecto Krupp Inhalation enthält den Wirkstoff Epinephrin (Adrenalin), ein im menschlichen Körper natürlich vorkommendes Hormon (Botenstoff). Bei Inhalation wirkt es abschwellend auf die Schleimhaut der Atemwege und kann so Atemnotzuständen verschiedener Ursachen entgegenwirken. Während sie das inhalierte, merkte man sofort, dass ihre Atmung viel besser wurde und sie danach richtig ordentlich abhusten konnte. Danach spuckte sie noch einige Male.
Gegen 0 Uhr fing dann das hohe Fieber an. Ihre Herzfrequenz lag bei 140-176 und ihre Atmung zwischen 30-50. Ihre Sauerstoffsättigung ist immer im guten Bereich geblieben. Aber die Sauerstoffsättigung war ja nie unser Problem.
Sie schlief erst ein, nachdem ich ihr Ibuprofensaft gegeben hatte. Leider wurde sie immer wieder vom starken Husten wach und erbrach sich noch 2x. Ich lag die ganze Nacht wach neben ihr. Ich bin nur ein paar Mal weggedöst. Ich habe erst dann geschlafen, als sie um 7 Uhr dann hoch ging zu ihrem Papa.
Sie hat dann auch noch 2x gespuckt. Essen wollte sie gar nicht, aber getrunken hat sie wenigstens. Um 13 Uhr habe ich dann wieder übernommen und der Papa ist einkaufen gegangen.
Ich habe ihr, wie immer, wenn sie krank ist, die Eiskönigin angemacht. Dann gab ich ihr nochmal Ibuprofensaft. Sie ist danach nochmal 2 Stunden fest eingeschlafen. Danach ging es ihr schon besser. Sie aß auch ein paar Salzstangen und trank. Leider war das auch das Einzige, was sie an dem Tag gegessen hat. Ihr Papa hat ihr 2 Milchbrötchen vom Bäcker mitgebracht, aber selbst diese wollte sie nicht essen. Abends wollte sie auch von sich aus wieder ins Bett bei mir. Sie schlief schnell ein, während die Eiskönigin lief.
Um 0 Uhr wollte sie zu Papa hoch und dann um 0.15 Uhr etwas essen. Sie aß ein halbes Milchbrötchen mit gesalzener Margarine. Danach schlief sie bei ihrem Papa. Ihr Husten war aber weiterhin sehr schlimm und so habe ich unsere Oberärztin aus der Klinik per E-Mail kontaktiert. Ich war mir nicht sicher, ob wir evtl. doch mit ihr in die Klinik sollten. Selbstverständlich war sie die Nacht über am Monitor.
Um 13:42 Uhr rief mich unseren Oberärztin an und telefonierte mit mir 10 Minuten. Auf einen Sonntag, dass muss man sich mal vorstellen. Sie war sehr begeistert, wie ich das alles wieder gemeistert habe und war aber auch besorgt, was los war. Sie hat mich gelobt, dass ich es so toll gemacht habe und ich immer das Richtige mache. Jeder Andere kommt mit Kleinigkeiten in die Klinik. Sie meinte, die Bauchschmerzen kommen wahrscheinlich vom Husten. Der Husten verursacht auf Dauer eine Reizung des Zwerchfells. Dies führt zu massiven Muskelverspannungen. Durch das Erbrechen ist die Speiseröhre gereizt. Bei solchen Situationen dürfen wir natürlich jederzeit in die Klinik kommen. Sollte es ihr wieder schlechter gehen, sollten wir aber in die Klinik kommen. So glaubt sie aber, dass sie zu Hause mehr Ruhe hat. Bei Verschlimmerung kann ich mich jederzeit bei ihr melden. Gut ist, dass Rebecca Ronja trinkt, aber gegessen hat sich immer noch nichts.
Morgen wird sie nicht in den Kindergarten gehen. Sie ist noch geschwächt. Solange sie nichts isst, hat es keinen Sinn. Meine Physiotherapie habe ich bereits abgesagt.
Es ging ihr sogar so schlecht, dass wir ihr Windeln angezogen haben. Sie war zu schwach, um rechtzeitig auf die Toilette zu gehen.
Es war so ein tolles Wetter Freitag. Sogar die Oma meinte, warum wir nicht rausgehen. Ich sagte ihr, dass es Rebecca Ronja gar nicht gut geht. Ich bleibe lieber mit ihr zu Hause. Ich habe das Gefühl, dass ich jederzeit mit einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes rechnen muss. Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass es besser wäre, zu Hause mit ihr zu bleiben und wieder lag ich richtig.
Wir verbrachten das ganze Wochenende nur zu Hause. Wir warteten darauf, dass es ihr endlich besser ging, während andere am Wochenende tolle Sachen machten. Keinen Freimarktbesuch, kein Besuch auf der Parzelle und keine Ausflüge.
Heute Mittag nach dem Telefonat mit unserer Oberärztin, gingen wir eine Runde dann spazieren, um frische Luft zu bekommen. Es tat ihr sehr gut, aber danach war sie auch wieder geschwächt.
Diesmal war die Reihenfolge mal eine ganz andere. Sonst kommen immer erst Appetitlosigkeit, Fieber, Abgeschlagenheit und dann das Erbrechen. Diesmal war Appetitlosigkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit und zum Schluss Fieber.
Mittlerweile hat sich die Situation wieder etwas entspannt. Aber das war wieder sehr kräftezerrend. Ich hätte ihr in dieser Situation am liebsten alles abgenommen. Diese Hilflosigkeit und Verzweiflung sind immer unerträglich für mich. Diesmal ist es nicht erst nachts angefangen, wie sonst wenn ich mit ihr allein bin. Diesmal haben der Papa und die Oma alles mitbekommen, waren erschrocken und konnten es kaum ertragen. Das 1. Mal, dass die beiden diese Situation überhaupt so mitbekommen haben.
Am 19.11.2024 haben wir jetzt einen Termin für ein Gespräch für die medizinische Hochschule, kurz MHH bekommen. Unsere Oberärztin meinte aber, wir sind dort auf jeden Fall gut aufgehoben. Wir sollten uns erstmal anhören, was sie dort vorschlagen.
Auch wird unsere Oberärztin nochmal mit der Neurologin sprechen, wegen eines möglichen Schlaflabors mit EEG.
Ich bin total müde und KO. Aber ich bin erstaunt, dass ihr letzter Schub 10 Wochen her ist. Um genau zu sein in der Nacht vom 5.8. auf den 6.8. Das war dann in Verbindung mit Corona. Es war zwar eine lange Pause dazwischen aber der Schub, diese sogenannte „Entleerung“, war diesmal wieder extrem. Wie in einem Horrorfilm. So viel dazu, was momentan aktuell los ist.


