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10. Angst, Verzweiflung, Erschöpfung, Kraftlosigkeit und Kampfgeist. Wie geht es mir? Gefühle einer Mama

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3–5 Minuten

Derzeit ist jeder Tag ein reiner Kampf für mich. Viel zu wenig Schlaf, viele Termine und immer eine Menge zu regeln und zu organisieren. Zeit was ist Zeit? Oft bringe ich Rebecca Ronja in den Kindergarten und wenn ich wieder zu Hause bin, gehe ich erstmal 2 Stunden schlafen. Oft habe ich aber gar keine Zeit dazu. Ich nutze die Zeit, wenn sie nicht da ist, für Telefonate mit ihren Ärzten. Ich schreibe E-Mails, gehe einkaufen und koche. Manchmal mache ich auch Sport. Letzteres ist bei mir momentan eher seltener geworden, denn ich bin meistens einfach zu müde. Oftmals sind die Vormittage eh nicht planbar. Nicht selten ist Rebecca Ronja nämlich erst gar nicht im Kindergarten. Ich muss auch oft Termine verschieben, oder kurzfristig absagen. Das kommt natürlich auch oft nicht gut an und führt zu zusätzlichem Stress. Nicht jeder hat Verständnis dafür, wenn ich mal wieder kurzfristig meine oder Rebecca Ronjas Termin absagen muss.

Die Angst habe ich immer im Nacken. Wenn man seinem Kind schon mehrfach den Finger in den Hals stecken musste, um ein „Steckenbleiber“ zu lösen, hat man Angst. Man sieht dabei zu, wie dein Kind blaurot anläuft. Oder man verbringt wieder eine Nacht mit Atemaussetzern hinter sich. Dann ist Angst einfach dein ständiger Begleiter. Gebe ich mein Kind nach so einer Nacht in den Kindergarten oder bleibt sie zu Hause, ist z.B. eine Frage, die ich mir fast täglich morgens stelle.

Die Verzweiflung überkommt dich, wenn es deinem Kind wieder einmal so schlecht geht. Du möchtest am liebsten ihre Qualen auch noch auf dich nehmen. Du kannst es aber nicht tun, ist am schwersten für mich. Als wäre mein „Päckchen“ nicht schon schwer genug. Es ist manchmal unerträglich für mich, wie oft sie bitterlich weint. Rebecca Ronja bittet mich unter Tränen, ihren „Husten“ wegzunehmen. Sie sagt, sie möchte freiwillig ins Krankenhaus, damit man ihr den „Husten“ wegmacht. Wenn das nur so einfach wäre. Kinderlogik halt. So langsam realisiert sie selbst, dass irgendwas mit ihr nicht ok ist. Sie hasst es und es wird mittlerweile oft zu einem Kampf aus bitterlichen Tränen, schreien, aggressiven Verhalten oder alles zusammen, wenn sie wieder eine Phase hat. Ja man könnte schon sagen, dass es ihr fast täglich anders geht. Wenn es ihr den Tag davor gut geht, kann es nächsten Tag schon wieder ganz anders aussehen.

Erschöpfung ist auch so eine Sache für sich. Ich weiß manchmal gar nicht mehr, wie es ist, nicht erschöpft oder müde zusein. Ich funktioniere einfach nur noch. Mal besser, mal weniger, aber immer irgendwie… Wie lange ich das noch aushalten kann, weiß ich nicht. Ich mache einfach weiter und hoffe, dass ich nicht irgendwann komplett zusammenbreche.

Kampfgeist, war schon immer seit meiner Kindheit, ein Wort, welches ich quasi zum Überleben brauchte. Ohne meinen Kampfgeist wäre ich schon oft Untergegangen. Auch wenn es sich manchmal anfühlt, als käme ich nicht voran, hinfallen kam selten vor. Es kommt mir momentan eher so vor, als wäre ich eine Maschine und kein Mensch mehr, der einfach nur noch funktioniert.

Vielleicht könnt ihr euch schon selbst beantworten, wie es mir derzeit geht, wenn ihr dieses Kapitel bis hier gelesen habt. Aus Liebe zu meiner Tochter halte ich das alles irgendwie durch. Aber ich habe keine Ahnung mehr, wie lange ich den Stress und die Sorgen noch standhalten kann. Klar habe ich auch mittlerweile des öftern depressive Verstimmungen. Ich erlebe Antriebslosigkeit oder habe auch manchmal starke Alpträume. Sein wir mal ehrlich, wie viele wären schon zusammengebrochen.

Ich habe das Glück, dass ich Unterstützung habe, was viele ja nicht haben. Ich habe den Papa von Rebecca Ronja und ich habe meine Mama. Der Papa liebt sein Mädchen auch sehr und ist so viel für sie da, wie er kann, auch wenn er viel arbeitet. Meine Mama ist die absolute tollste Oma der Welt, die Rebecca Ronja haben kann. Beide versuchen mich zu entlasten, wo sie nur können. Ohne diese Beiden wäre ich aufgeschmissen. Natürlich sind auch noch ein paar Andere für uns da. Mehr dazu, es gibt natürlich noch in einem separaten Kapitel.

Was mir halt sehr leid tut, sind meine Launen. Gelegentlich vergreife ich mich auch mal im Ton oder lasse meinen Frust an die Beiden ab. Es tut mir dann aber auch immer direkt sehr auch leid. Ich kann froh sein. Mama und ihr Papa sind keine nachtragenden Menschen. Sie wissen eigentlich immer, dass ich das nicht persönlich gegen sie meine.


4 Antworten zu „10. Angst, Verzweiflung, Erschöpfung, Kraftlosigkeit und Kampfgeist. Wie geht es mir? Gefühle einer Mama”.

  1. Avatar von
    Anonymous

    Ich drücke Euch die Daumen, dass es dafür eine Lösung gibt. LG José

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    1. Avatar von Löwenherzmama
      Löwenherzmama

      Ich danke dir/euch. Lg Corinna

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  2. Avatar von
    Anonymous

    Mensch, ihr 4, da haben sich ja seit der Reha einige Sachen aufgetan! Ich drück die Daumen, dass ihr weiter gut vorwärts kommt & natürlich, das Rebecca wieder stabiler wird! Grüß mir die Oma & Micha & eine dicken Drücker an Rebecca! Katja

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  3. Avatar von Löwenherzmama
    Löwenherzmama

    Ich danke dir meine liebe Katja. Drück mir deine Jungs.

    Gefällt 1 Person

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