Schließe dich 30 anderen Abonnenten an

Diese Seite darf geteilt, verbreitet und abonniert werden!

5. Eltern, Wunschkind, Schwangerschaft und Geburt 2012-2019

CategorIes:

By

·

6–8 Minuten

Michi und ich haben uns im Juli 2012 auf einer Party durch meine Schwester kennengelernt. Wir haben schnell gemerkt, es könnte passen. Wir haben viel gesprochen und viele Gemeinsamkeiten festgestellt. Am 23.08.2012 sind wir dann zusammengekommen. Vom 1. Moment an waren wir unzertrennlich. Michi war sozusagen von da an täglich bei mir.

Von Anfang an wollten wir beide Kinder, irgendwann.

Michi und ich hatten schon einige Partnerschaften hinter uns. So dass, wir beide alles langsam angehen lassen wollten. Nicht alles, was wir früher, vor unserer Zeit, erlebt hatten war schön.

Wir sind oft auf Konzerten gewesen, waren unterwegs und auch bei vielen Partys. Wir haben zusammengelebt.

2016 zogen wir dann endgültig zusammen.

Am 20. Oktober 2018 war es dann so weit, endlich der langersehnte positive Schwangerschaftstest. Ich bin nachts wach geworden und habe geträumt, ich wäre schwanger. Michi hatte an dem Tag Nachtschicht. Ich war zu dem Zeitpunkt eine sehr starke Raucherin. Drei Tage, nachdem ich schwanger geworden war, konnte ich mit Zigaretten und Qualm nichts mehr anfangen. Seitdem habe ich nie wieder geraucht. Bis heute und ich hoffe sehr, dass dies auch so bleibt.

Ich bin an Gelenkrheuma, Weichteilrheuma, sowie an einer degenerativen Wirbelsäulen Erkrankung, erkrankt. Außerdem habe ich 2 komplett kaputte Knie. Als ich 2018 schwanger wurde, hatte ich gerade mal keine Gewichtsprobleme und war körperlich in einer guten Verfassung. Ich bin seit 2011 Frührentnerin. Nach der Schwangerschaft habe einen Pflegegrad 2, sowie einen Schwerbehindertenausweis mit 80% bekommen. Ich bin in Schmerztherapie. Ich habe im Januar 2022 einen Neurostimulator von Nevro gegen meine krassen Nervenschmerzen implantiert bekommen. Der Grund war der in der Schwangerschaft bedingte Bandscheibenvorfall. Dieser musste als Rebecca Ronja geboren war, 3,5 Monate später operiert werden.

Leider führten die Schwangerschaftshormone dazu, dass meine Bänder schlaff wurden. Ab der 12. SSW hatte ich wieder mehr Symptome. Ab der 19. SSW lag ich aufgrund von Symphysen Lockerung und einem akuten Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule im Bett. In der 21. SSW fingen dann Schwangerschaftdiabetes an und auch eine tiefliegende Plazenta wurde diagnostiziert. Also lag ich bis zu 31. SSW zu Hause und musste ab da an alle 2 Wochen zum Ultraschall und CTG. Ab der 31. SSW jede Woche und in der 35. SSW wurde ich stationär aufgenommen. Ich hatte mir sogar privat ein kleines CTG für zuhause gekauft. So konnte ich, wenn sie sich nicht bewegte, hören, ob ihr Herz noch schlägt.

Ich hatte kein gutes Gefühl. Mir ging es auch nicht gut. Der Bandscheibenvorfall, die Schwangerschaftdiabetes, Schwangerschaftsvergiftung und die extremen Wassereinlagerungen waren zu gravierend und gefährlich für mich und Rebecca Ronja. Es war unumgänglich, dass ich bzw. wir dann am 09.06.2019 stationär in Behandlung und Beobachtung mussten. Ich konnte mich vor Schmerzen und auch vor lauter Wassereinlagerungen kaum bewegen. Ich bekam Physiotherapie und musste mehrfach täglich gewogen werden. Meine Mama musste mir extra Schuhe basteln. Sie mussten mir passen, sonst hätte ich barfuß laufen müssen. Dies fanden die Schwestern aus hygienischen Gründen nicht gut. Ich habe jedes mögliche Medikament zur Geburtseinleitung bekommen, um die Geburt spontan einzuleiten. Von Gel, über Tabletten, Homöopathie, Akupunktur und stundenlanger Wehentropf etc… Leider hat mein Körper auf keinerlei Medikamente reagiert, so dass es nicht zu einer Geburt spontan kommen konnte. Vermutet wird, dass meine damaligen Rheumamedikamente der Grund waren, warum nichts gewirkt hat. Ich hatte aber durchgehend Wehen, aber keine produktiven, nicht mal annährend, um zu entbinden.

Am 18.06.2019 sind Rebecca Ronjas Werte runtergegangen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt 29 Liter Wasser eingelagert, mein Blutdruck war zu hoch. Die Ärztin meinte, wir holen sie heute noch per Kaiserschnitt. Ich fing direkt an zu weinen. Ich hatte ja 10 Tage gekämpft, um auf natürlichem Weg zu entbinden. Es war schon frustrierend. Ich fragte, ob es nicht morgen um 0.01 Uhr ginge, denn dann hätte ich Geburtstag.  Ab da an lag ich alle 2 Stunden im Kreißsaal, zum CTG. Ich wollte unbedingt mein einziges Kind, an meinem Geburtstag bekommen. Nachts kam irgendwann die Ärztin. Sie meinte, dass ich zeitnah einen Kaiserschnitt bekomme. Die Werte sind schlecht. Sie fragte, wann ich geboren bin. Ich sagte 20.57 Uhr abends. Darauf grinste sie und meinte, das bekommen wir nicht mehr hin, aber morgens. Gut, nun ist sie um 9.03 Uhr geboren. Das war für mich mehr als ok. Ich hatte viel zu viele Wassereinlagerungen, so dass es nicht anders ging.

Durch meine Wirbelsäulenerkrankung musste die Rückenmarksbetäubung 2 Wirbel höher gemacht werden als üblich. Mein inneres Bauchgefühl sagte mir auch, halt stopp, keine Rückenmarksbetäubung so hoch. Aber ohne ging nun mal auch nicht. Vollnarkose kam für mich absolut nicht in Frage. Schließlich wollte ich wenigstens bei der Geburt vom Kopf her anwesend sein. Durch die Betäubung bekam ich während der Geburt Probleme mit der Atmung. Meine Lunge war auch betäubt, der Oberkörper bis hin zum Kiefer. Ich bekam Sauerstoff. Ein netter OP-Pfleger und Michi sprachen die ganze Zeit mit mir. Sie halfen mir, damit ich nicht eine Panikattacke nach der nächsten bekam. Endlich war sie da. Aber ich konnte sie weder hören, noch fühlen. Mein Oberkörper war so betäubt, dass ich sie nicht mal in den Arm nehmen konnte. Selbst meine Arme konnte ich nicht bewegen, denn sie waren ebenfalls betäubt. Ein wortwörtliches Geburtstrauma. Noch heute habe ich damit zu kämpfen und die Gefühle der Hilflosigkeit verfolgen mich. Aber viel schlimmer war für mich, dass die Ärzte panisch wurden. Ich hatte viel Blut verloren. Mein kleines, gerade auf die Welt gekommenes Mädchen – MEIN MÄDCHEN – konnte nicht selbstständig atmen. Sie musste komplett abgesaugt werden. Ihr mussten direkt mit einem Schlauch die Atemwege frei gemacht werden. Das war für die Kinderärzte auch die Erklärung. Rebecca Ronja atmete so schwer, auch noch Tage nach der Geburt. Das  Geduld haben, dass würde sich wieder beruhigen. Daher machten die Ärzte sich nicht sonderlich große Gedanken. Wir sind dann am 22.06.2019 entlassen wurden. Nach der Entlassung ging es zügig zur niedergelassenen Kinderarztpraxis. Ihre Atemwege sind halt empfindlich, wurde mir immer und immer wieder gesagt. Es gibt Kinder mit empfindlichen Atemwegen und Kinder die fast nie Probleme haben. Rebecca Ronja gehört halt zu den Kindern mit empfindlichen Atemwegen.

Das erst Mal hatte sie für mich, aus heutiger Sicht, ihren ersten „Fieberschub“, als sie 3 Wochen alt war. Antibiotika kam 4 Wochen nach der Geburt, das 1. mal zum Einsatz, meine ich mich zu erinnern, das ist einfach alles viel zu lange her. Vieles fällt mir und unserer Familie hinterher erst richtig auf. Warnzeichen für alles was heute ist, waren genug da, sie wurden nur falsch bewertet oder falsch wahrgenommen. Ich war ständig mit ihr beim Kinderarzt: Erkältung, chronischer Husten, sie hat oft geniest, Flüssigkeit hinter den Trommelfellen und hatte immer eine Nase mit Sekret… Nase spülen, Nasenspray, bei höheren Fieber wiederkommen. Ich hatte schon privat ein Inhaliergerät besorgt. Ein leises mit Musik. Das haben wir sehr viel benutzt.

Es fiel noch im Krankenhaus auf, dass sie eine Verzögerung der Beweglichkeit linksseitig hatte. Sie lag die letzten Wochen wegen des zu vielen Fruchtwassers nur noch auf der linken Seite. Sie bekam Physiotherapie, in Form von Bobath mit gerade mal 4 Monaten. Wir waren auch mehrfach beim Orthopäden wegen Blockierung laut unserer Hebamme. Rebecca Ronja war ein Schreikind. Wir vermuteten immer, dass es wegen des Bauchs war. Aber im Nachhinein kann es auch sein, so denke ich mittlerweile, dass sie der Schleim gestört hat. Denn alles, was wir versuchten, Homöopathie, Darm Bakterien etc. nichts half ihr. Sie musste immer viel getragen werden. Oftmals ist der Papa ewig lang mit ihr durch die Wohnung gelaufen. So konnte sie einschlafen und aufhören zu weinen. Auffällig war auch, dass sie lange ihre Flasche bekommen hatte, obwohl sie hätte schon essen können. Sie bevorzugte immer eine Flasche und sie trank oft, aber eben auch immer kleinere Portionen.

So ging das Monat für Monat. Es wurde Kleinkindasthma vermutet, steht auch im U-Heft so drin. Wir schleppten uns irgendwie Monat um Monat durch. Es wurde versucht mit Salbutamol Spray zu helfen, aber dadurch wurde sie aktiv und konnte kaum schlafen. Sie hatte schon immer einen erhöhten Schlafbedarf, war schnell erschöpft und in allem langsamer als Gleichaltrige.

Als sie dann 2,5 Jahre war, ging es zum Lungenfacharzt. Die Kinderärzte waren mit ihrem Latein am Ende. Sie hatten keine Ideen mehr und wollten einen Facharzt hinzuziehen.

An dieser Stelle bitte das Kapitel 6 lesen


Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten. Es kommen noch viele interessante Themen!

Schließe dich 30 anderen Abonnenten an

Schließe dich 30 anderen Abonnenten an

Weiterlesen